Berserk

      Dieses Review habe ich vor ca. einem Jahr verfasst, durch das langsame Voranschreiten des Mangas ist es aber immer noch aktuell.
      Review:
      Eigentlich wollte ich Berserk ja schon lange lesen, aber die Länge hat mich ein wenig abgeschreckt. Vor ein paar Wochen jedoch hat ein Forumskollege ihn mir sehr empfohlen und ich habe mich dann dazu bewegt, den Manga zu lesen. Wobei spätestens nach dem ersten Kapitel das Wort „bewegen“ komplett wegfiel. Ich war sofort Feuer und Flamme für den Manga und habe ihn in verhältnismässig kurzer Zeit durchgelesen. Genial trifft es wohl am besten. Berserk gefällt mir wirklich sehr gut und gehört sicher zu meinen liebsten Mangas. Verschiedene Faktoren und Eigenschaften machen Berserk für mich einfach zu einem genialen Werk, das ich auf jeden Fall weiterverfolgen will und sicher Spass dran haben werde. Was genau mir gefallen hat, was ich mir für die Zukunft erhoffe und Anderes:

      Charaktere: Hierzu gehört ein genialer Teil der Geschichte, nämlich Guts. Er ist einer der Hauptgründe, warum ich Berserk so mag. Seine Auftritte sind einfach genial und man kann sich gut in ihn hineinversetzen. Seine Lebensgeschichte ist hart und überzeugend. Schon als Kind mit eisernem Willen ausgestattet und geprägt vom Krieg wächst er wohl zu einem etwas aussergewöhnlichen Mann heran und hat sicher nicht die rosigste Vorstellung von der Welt. Hier auch sehr schön, dass er, wenn er Griffith nicht getroffen hätte, vielleicht nie so gute Kameraden und damit auch eine gewisse Vorstellung von Zusammensein und Freundschaft gewonnen hätte und ein eher freudloses Söldnerleben geführt hätte. Diese warme Umgebung bringt viele Aspekte, die Guts prägen und ihn in dieser Zeit auch glücklich werden lassen. Entsprechend gross natürlich der Schock von der Eclipse, die für mich eine geniale Szene darstellt. Wie Guts sich selber den Arm abschneidet und wie ein Wilder kämpft, um Caska zu beschützen ist sehr eindrücklich. Dass sie ihren Dank dafür nicht aussprechen kann und in ihrem neuen Zustand sogar ein negatives Bild von Guts bekommt, ist schon hart. Mehr dazu aber unten. Mit der Zeit bekommt er ja immer mehr Kameraden und so bekommt er wieder ein angenehmeres Umfeld, sein Einsamkeits-Zustand aktuell nicht mehr vorhanden. Trotzdem bleiben die Kämpfe heftig und oft ist die Stimmung nach wie vor sehr düster. Die Berserker-Rüstung trägt auch viel dazu bei. Der Verlust der Menschlichkeit ist ja schon heftig und Guts ist ja immer stolz darauf, kein Monster zu sein. Ob sein Plan, die Rüstung nur noch bis zu Caskas Heilung zu benutzen (so was in der Art sagt er doch?) aufgehen wird, das wird sich wohl noch zeigen müssen. Wie und ob er ohne sie überhaupt noch stark genug ist, um gegen seine abartigen Gegner zu kämpfen, auch fraglich.

      Caska gefällt mir vom Charakter her nicht schlecht, aber ihre Rolle in der Story ist mir eher unsympathisch. Dass sie mit Guts eine Liebesbeziehung anfängt, war mir ein Dorn im Auge, was aber daran liegen dürfte, dass ich die Geschichte gern düster und brutal habe^^. Dadurch, dass sie sich aber immer ein wenig zurückhaltend verhalten haben, wurde dieser Umstand ein wenig gemindert und nach der Eclipse war eine Beziehung eh kein Thema mehr. Womit wir beim nächsten Punkt wären: Ihrem aktuellen Zustand. Mir persönlich missfällt er ja gar nicht gross, da ich sie eh nie allzu sehr mochte^^. Nervig finde ich sie nur, wenn sie was Dummes macht oder heult. Ansonsten benimmt sie sich ja ziemlich ruhig und überlässt die Bühne den von mir favorisierten Charakteren. Mal sehen, wie sie nach ihrer Heilung ist und ob diese überhaupt gelingt. Mehr dazu später.

      Mit Griffith haben wir ja noch mal einen Charakter, der es verdient, einen eigenen Absatz zu bekommen. (Ich könnte noch Viele mehr ausführlich erwähnen, aber das soll ja kein Buch werden^^). Sein Charakter ist an sich sehr interessant. Von einer Idee getrieben opfert er einfach alles. Menschliche Züge vermisst man mehrheitlich. Dass er dieses Dasein auch verlässt und zum Godhand aufsteigt passt mMn gut. Dass er wieder kommt und der grosse Retter wird hätte ich nicht erwartet, gefällt mir aber auch. Das spitzt nochmal den „Gut-Böse“ Konflikt an. Ist Guts wirklich der Gute? Ist Griffith vielleicht gar nicht sooo böse? Diese Fragen drängten sich mir auf, doch eine komplett zufriedenstellende Antwort habe ich noch nicht parat. Imo würde ich sagen, dass Griffith‘ Heldenrolle früher oder später nicht mehr bleibt und er wieder zum Bösen wird. Guts kann ihn dann besiegen und steht als der grosse Held da. Dass Guts aber der Oberheld wird, wage ich auch zu bezweifeln, mir zumindest würde es nicht nur gut schmecken.
      Was ich an Griffith so toll finde, ist, dass ich immer über ihn lachen kann^^. Vielleicht habe ich einfach einen speziellen Humor, aber es ist mMn einfach amüsant, seinem ausdruckslosen, extrem femininen Gesicht zuzuschauen, wozu noch diese eine Szene mit dem älteren Herren kommt. Einfach köstlich. Nichtsdestotrotz nehme ich ihn als sehr guten Antagonisten wahr und in den ersten Szenen verschwinden diese amüsanten Gedanken auch wieder und die gute, alte Wut gewinnt überhand.

      Allgemein finde ich die Charaktere in Berserk sehr gelungen und Leute wie Isidoro, Puck, Zodd und viele mehr machen einfach Spass. Es wird ein riesiges Spektrum von Charakterzügen abgedeckt und da sollte für jeden was dabei sein. Dass z.B. Zodd immer wieder auftaucht und sich seine Einstellung zu Guts auch verändert, finde ich super. Zodd ist nach Guts wohl mein Lieblingscharakter. Einfach Badass.

      Fazit: Die Charaktere von Berserk gefallen mir äusserst gut und ich erfreue mich gewisser Auftritte sehr. Eine grosse Anzahl interessanter Charaktere ist für mich ein Teil von Berserk, der den Manga mitunter zu dem macht was er ist. Nämlich geil.

      Story: Die Story ist logischerweise der grösste Teil des Mangas und fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Die Arcs sind eigentlich nie langweilig und auch wenn der Retribution Arc eigentlich mein liebster Arc ist, kann man mMn nirgends von einem grossen Abfall der Qualität reden. Die Spannung wird kontinuierlich aufrechterhalten und Überraschungen gibt es zu Genüge. Was mir sehr gefällt ist die Welt. Wir befinden uns ja im mittelalterlichen Europa. Die Kushan kommen ja, wie ich im Thread gelesen habe, etwa aus Persien. Wieviel von der Welt sie erkundigen werden finde ich noch interessant, aber ich vermute, dass wir in Europa bleiben, mit eventuellen, kleinen Abstechern nach Asien. Dass sie jetzt auf Kolumbus machen und Amerika entdecken, denke ich nicht.

      Was ich sehr toll finde und auch schon bei den Charakteren erwähnt habe, sind die wiederkehrenden Charaktere und die äusserst interessanten Hintergrundgeschichten gewisser Sachverhalte/Personen. So wirkt die Geschichte nicht episodenhaft und es können coole Dinge passieren, ohne das nochmal alles neu erfunden wird. Die Flashbacks sind mMn nämlich sehr gut und ich habe nie gross den Drang verspürt, endlich wieder zur Hauptstory zurückkehren zu wollen.

      Fazit: Ohne zu viele Worte zu verlieren: Die Story gefällt mir sehr gut und durch Innovation, gelungene Schauplätze und spannende Szenen erschafft Miura eine geniale Geschichte, nicht zu vergessen natürlich die coolen Charaktere, die die gute Story erst möglich machen.

      Artwork: Über das Artwork muss ich wohl nicht zu viele Worte verlieren, es ist sehr detailliert und teilweise sogar atemberaubend. Miura scheint sich wirklich viel Mühe zu geben und ich finde es bei gewissen Panels echt schade, dass ich die Bücher nicht besitze. Geniales Artwork ist auch eine sehr grosse Stärke des Mangas und verleiht den Emotionen und der Stimmung nochmals mehr Stärke.

      -TG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Tomato Gang“ ()

      Ja den Manga habe ich auch gelesen und gesuchtet :D Spitzenmanga ^^

      Griffith hat mir auch sehr gefallen. An ihm sieht man, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

      Und Guts ist einfach nur cool. Vor allem sein Riesenschwert, das eigentlich größer als er ist. Damals war sowas noch besonders. Und dann als er die schwarze Rüstung anzieht und zum Berserker wird. Er hat einfach alle niedergemetzelt. Auf jeden Fall wird mit Blut gar nicht gespart.

      Zum Manga gibt's nun Animes. Einmal als Serie und Film-Trilogie. Hierbei ist die Trilogie ein Remake und anders als die Serie. Die Grafik ist bombe. Also echt bombe. Ich habe schon viele Animes gesehen, aber dieser stellt sie einfach mal so in den Schatten wie Guts Riesenschwert. Mit Fate/Zero & Co hat es einfach die beste Animation.

      Wenn ihr auf Action, Drama, Blut, Blut und Blut steht, ist Berserke definitv das Richtige. Damit die Leute mich gleich haten: Es ist besser als Elfenlied.