Der Schrei der Getöteten

      Oha da hat sich ja jetzt ne menge geändert ^^ Ich fand es schön das du alles so schön beschreibst, sowohl die Gegend als auch die Gefühle der Leute ^^ Aber ja sie wirkt ganz anders ich bin wirklich gespannt wie du das noch alles umsetzten wirst :thumbup:



      ~here comes the trouble maker!~

      Also die drei "Gefällt mir"s sprechen deutlich für deine Geschichte. Ich habe meine zwei Tage vorher hochgeladen und bisher gerade einmal eines ;) Klingt auf jeden Fall schon einmal spannend. Und da ich noch nicht weiß, wie es weiter geht, bin ich umso gespannter, wie sich das noch entwickeln wird...

      Omae wa mou shindeiru!

      Teshika schrieb:

      Oha da hat sich ja jetzt ne menge geändert ^^ Ich fand es schön das du alles so schön beschreibst, sowohl die Gegend als auch die Gefühle der Leute ^^ Aber ja sie wirkt ganz anders ich bin wirklich gespannt wie du das noch alles umsetzten wirst :thumbup:

      Danke für das Kompliment. Ich habe bemerkt, dass man im RPG sehr gut Twist einwerfen kann, aber es ist halt schwierig Spannung mit den Charakteren aufzubauen. Und im RPG gibt es sehr viele Füllsätze. Da dachte ich mir: Schreib doch ein Kurzroman draus.

      Ich richte mich an alle Leser: Was fandet ihr speziell gut? Momentan habe ich das Problem, dass ich nicht weiß, ob es dem Leser die beiden ersten Abschnitte interessieren. Ich muss halt möglichst viel Text einsparen. Denn der ganze Text passt auf zwei Seiten. Ich will sie aber auf eine Seite packen bzw. das Interesse aufrechterhalten. Daher die Frage: Interessieren euch die beiden ersten Abschnitte?




      Es war einmal ein blondhaariges Mädchen, die ein jüngeres Mädchen weinend auf einem Bürgersteig findet. Um sie herum kicken die Jungs Bälle sich zu. Die Blondhaarige bemerkt nicht wie ein Ball gegen ihr Bein prallt. Sie hört nur das Weinen des Mädchens. Sie fragt: „Warum weinst du?“ Sie bekam jedoch nur ein Schluchzen als Antwort. Dann setzte sie sich neben ihr hin und reichte ihr ihre Katze rüber mit den Worten: „Magst du sie streicheln? Du kannst ihr alle Sorgen anvertrauen.“ Die Jüngere zieht ihre Nase hoch und hebt ihre Hand, um die Katze zu streicheln. „Siehst du, dir geht es besser. Du kannst sie geschenkt haben.“ Die Jüngere nickte, während die Blondhaarige ihr Gesicht mit einem Tuch darüberstreicht. Woran die Jüngere sich noch gut erinnern kann ist das Lächeln der Blondhaarige. Ihr Lächeln scheint die Welt anzuhalten. Die Jüngere hört nicht mal das Flattern eines Marienkäfers. „Du hast aber niedliche Sommersprossen wie die Punkte des Marienkäfers auf deiner Schulter.“

      Rei erinnert sich gerne an diese Tage zurück, wenn sie ihre ausgestreckte Hand gegen den Himmel streckt und auf einem Dach liegt. Sie genießt den Ausblick der unendlichen Weite des Himmels und der schneebedeckten Berge, während der Wind durch ihr Haar streicht. Jedoch kann kein Mensch die Welt je erforschen, denn zwischen ihnen gähnt die Mauer Maria. Sie soll die Menschen vor Riesen beschützen, die man hierzulande Titanen nennt. Sie sind fremdhafte menschenähnliche Wesen, dessen Größe die von Häusern übertrifft. Sie haben einen Kopf mit Mund, Augen und Ohren. Sie sprechen nicht. Sie bewegen sich wie Pinguine und sie fressen Menschen, um sie wieder unverdaut auszuspucken.

      Rei wuchs in der Stadt Quinta auf, wo Erinnerungen ihr Herz erwärmt, aber auch ihr Herz zerreißt. Sie will nicht, dass man ihr mit richtigen Vornamen anspricht, weil es Erinnerungen hervorruft. Neben ihr schnurrt eine Katze, die sich gleich in den Arm nimmt. Rei streicht über ihren Halsband und lächelnd offenbart sie ihr Herz: „Orion ist ein schöner Name. Weiß du - ich habe an einem Tag, sowohl das Mädchen als auch meinen Bruder verloren. Ich habe sie nicht mehr wiedererkannt, weil sie sich verwandelt ha-“ Rei runzelt die Stirn und der vorbeiziehende Wind konnte ihre Tränen nicht trocknen. Rei krault den Kater, während sie ihr Herz öffnet. Denn diese Erinnerung beschäftigt sie jeden Abend:

      In der Villa der Blondhaarigen ragt ein Titan heraus. Sie rennt zur Villa; rufend nach der Blondhaarigen und ihrem Bruder Katsu. Der Titan wedelt mit beiden Arme wie ein Pinguin, als wolle er fliegen. Der Kopf eines Titans schaut herab. Ein Blick verharrt auf die Jüngere. Er nähert sich ihr nicht. Die Jüngere nähert sich ihm, weil sie sein fehlendes Auge bemerkt. Der Titan kommt ihr bekannt vor, aber auch fremd, weil er gerade aufhört mit seinen Armen zu wedeln. Als die Jüngere ihm mit kurzen Schritten nähert, bewegt der Riese seine Lippen: „Reiiiiiii! Töte mich!“ Sie hörte nur ein Zischen und der Kopf des Titans fällt schwerelos zum Boden. Sie sieht wie das Blut aus dem Nacken und Kopf fließt, als wären die beiden Stellen vor kurzem noch verbunden.

      Das waren die letzten Worte ihres Bruders. Wie konnte es sein, dass ihr Bruder zum Titan wurde, der Erzfeind der Menschen. Sie glaubt nicht, was die Menschen über Titanen sagen, dass sie nur existieren, um Menschen zu fressen. Es kommt ihr auch seltsam vor, dass Titanen ihre „Nahrung“ wieder unverdaut ausspucken. Der Titan über der Villa tat keine Menschenseele etwas an. Er konnte sogar sprechen. Was er mit den Titanen gemeinsam hat, sind seine Größe, sein deformierter Körper und seine seltsamen Bewegungen.

      Seit diesem Tag ging ihr die Fragen nicht mehr aus dem Kopf: Was sind Titanen, die nur Menschen fressen und alle anderen Lebewesen ignorieren? Wie wurde Katsu zu einem Titan? Warum ragt er ausgerechnet über der Villa der Blondhaarigen? Die Antworten auf diese Fragen erhofft sie als Soldat des Aufklärungstrupps zu finden. Daher wollte sie nach Quinta versetzt werden, um nach Dingen in der Vergangenheit zu forschen. Auch fragt sie sich, was aus der Blondhaarigen, die ihr wie eine fürsorgliche Schwester ist, wurde. Nachdem Katsu über ihre Villa ragte, verschwand sie.
      {003}

      Der Kater krallt sich in ihre Arme und springt auf, als ein Schatten sich nähert. Rei blickt auf und drückt ihre Hand gegen die Dachrinne, um sich zur Seite zu schleudern. Sie entgeht so einen Felsbrocken, der gerade an ihr vorbeirauscht. Beim Aufprall löst der Felsbrocken Dachziegeln auf, die Rei an der Schulter treffen. Sie steht auf und wischt ihr Gesicht mit ihrem Ärmel ab. Auf ihrem Rücken wehen die Flügel der Freiheit, wonach die Stadt jetzt ruft. Rei geht in die Knie, um Kraft für ihren Sprung zu sammeln. Nach dem Sprung schießt sie mit ihrer 3DMA auf ihr vorliegendes Dach.

      Sie ist dankbar für die 3DMA, die sich an ihre Hüften drückt. Da man mit ihr Titanen bekämpft, trägt sie dafür auch die Verantwortung. Die Ausrüstung enthält Anker mit Stahldraht, womit der Größenunterschied zu den Titanen überwunden wird und das Bewegen von Dach zu Dach beschleunigt. Im Wald ist man mit der 3DMA schneller unterwegs als zum Pferd. Die 3DMA ist ein hochwertiges Produkt, wo man in dieser Welt nicht mal das Fahrrad erfunden hat.

      Gekonnt bewegt sie sich auf die Stelle zu, wo der Felsbrocken gelöst wurde. Vor ihr erhebt sich ein Körper eines menschenähnlichen Wesens aus einem Dach. Der Titan schaut sie mit angeschwollenen Lippen und weitgeöffneten Augen an. Dieses Szenario hat sie tagaus und tagein in ihre Grundausbildung geübt. Jedoch wird sie ihren Flug auf den Titan nicht fortsetzen können. Denn von der Seite stürmt ihr eine braunhaarige Frau in gleiche Uniform entgegen.
      Rei schießt ein zweites Mal den Anker, um ihr Flugbahn zu senken.
      Im Flug dreht sie sich, um den Aufprall mit der Frau zu entgehen.
      Kopfüber im Flug sieht Rei das Aufatmen der braunhaarigen Frau.
      Sie knippst die beiden geschossenen Anker der 3DMA ab.
      Nun schwebt sie frei in der Luft. Sie wartet auf die richtige Position.
      Sie schießt einen Anker, um neben dem Titan zu landen.
      Sie rennt dem Titan, der sie immer noch mit gleicher Mimik anstarrt, entgegen.
      Sie schaut nach unten.
      Sie lässt sich dann fallen.
      Sie zieht ihre Klingen, während sie auf die Titanbeine hinunterstürzt.
      Sie dreht sich wieder in der Luft.
      Wie ein Fleischwolf säbelt sie ein Stück Titanbein ab.
      Sie schießt einen Anker zum Dach, um es gleich wieder abzuknipsen. Nun steht sie mit beiden Beinen auf festen Boden, während der Boden den Körper des Titans zu sich zieht.

      Reis Füße versinken leicht in der nackten Titanhaut, als sie drüber läuft. So bewegt sie sich zum Titankopf. Bereit ihre Klinge in den Kopf zu rammen, sieht sie ein Mädchen vor sich. Die fliehende Menschenmenge drängt das Mädchen von beiden Seiten, als würde sie durch eine Tür zwängen. Das Mädchen fällt hin und das Kätzchen in ihrem Arm eilt davon. Sie greift ihre rechte Hand nach vorne, während sie noch im aufwirbelnden Staub hustet. Sie senkt ihre Hand wieder, weil im Minutentakt ein Fliehender sein Fußabdruck auf ihr Rücken hinterlässt. Das Schreien des Mädchens entgeht Reis Ohrmuscheln nicht. Sie schießt mit ihrer 3DMA auf das nächstliegende Haus, um das Mädchen im Flug aufzulesen. In Sicherheit krallt und zerrt sich das Mädchen an Rei und fiept vor Erleichterung auf.

      Über dem Titankopf steht nun die braunhaarige Frau. Rei hustet auf, weil um ihr der aufgewirbelte Sand sich legt. Rei hörte nicht mehr das Schluchzen des Mädchens, die nun ihre Augen auf dem Titan richtet. Der Titan versucht nach dem Mädchen zu greifen mit den Worten: „Niiiiina! T-“. Im Siegesrausch rammt die Frau ihre Klingen in den Titankopf. Sie springt hinunter und stolziert auf Rei und dem Mädchen zu, während der Titan noch keucht. Sie streckt ihre Hand dem Mädchen entgegen: „Ich heiße Anna. Es wird alles gut ganz sicher.“ Der Titan schnappt kurz auf und kotzt sein Blut gegen ihr Rücken. In den Augen des Mädchens ist die grinsende Anna wie ein Engel mit blutroten Flügeln. Das Mädchen drückt ihr Gesicht fester gegen Rei, um das Grinsen zu entgehen.

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      Panda-Nin schrieb:

      Ich richte mich an alle Leser: Was fandet ihr speziell gut? Momentan habe ich das Problem, dass ich nicht weiß, ob es dem Leser die beiden ersten Abschnitte interessieren. Ich muss halt möglichst viel Text einsparen. Denn der ganze Text passt auf zwei Seiten. Ich will sie aber auf eine Seite packen bzw. das Interesse aufrechterhalten. Daher die Frage: Interessieren euch die beiden ersten Abschnitte?


      Naja aber wenn du zu viel einspart könnte es auch die Spannung im allgemeinen zerstören und auch die Charakterentwicklung würde mehr flöten gehen. Deshalb solltest du aufpassen wo du sparst. Ich persönlich finde es nicht schlimm wen es länger ist. Soweit ich auch gemerkt habe sind viele immer noch dabei das zu lesen egal ob es dann 40 kapitel sind. Ich habe nämlich auch die Befürchtung wenn du alles zu sehr hinterher klatscht das es zu gehetzt wirkt. Das könnte dann auch nicht gut ankommen.
      Mir ist natürlich bewusst das du nicht so viel zeit hast deswegen musst du wissen was du dann machst. Ich will ja nicht das nicht mehr weißt wo oben und unten ist ^^



      ~here comes the trouble maker!~

      Ahiru Yukitori schrieb:

      Also die drei "Gefällt mir"s sprechen deutlich für deine Geschichte. Ich habe meine zwei Tage vorher hochgeladen und bisher gerade einmal eines Klingt auf jeden Fall schon einmal spannend. Und da ich noch nicht weiß, wie es weiter geht, bin ich umso gespannter, wie sich das noch entwickeln wird...


      Also meine Story hat gerade nur 3 Likes. Das ist kein wesentlicher Unterschied zu 2 Likes. Meine Story ist kein bisschen besser als deine und die der Anderen.

      Teshika schrieb:

      Naja aber wenn du zu viel einspart könnte es auch die Spannung im allgemeinen zerstören und auch die Charakterentwicklung würde mehr flöten gehen. Deshalb solltest du aufpassen wo du sparst. Ich persönlich finde es nicht schlimm wen es länger ist. Soweit ich auch gemerkt habe sind viele immer noch dabei das zu lesen egal ob es dann 40 kapitel sind. Ich habe nämlich auch die Befürchtung wenn du alles zu sehr hinterher klatscht das es zu gehetzt wirkt. Das könnte dann auch nicht gut ankommen.
      Mir ist natürlich bewusst das du nicht so viel zeit hast deswegen musst du wissen was du dann machst. Ich will ja nicht das nicht mehr weißt wo oben und unten ist ^^

      Ja, da gebe ich dir Recht, Teshika. Man kann nicht ein Twist nach dem andren reinwerfen und man muss ich bei Charkterentwicklung Zeit lassen. Aber dies kann man auf der zweiten Seite machen. Die erste Seite ist auch eins der kritischsten Punkt einer Geschichte. Wenn der Leser die erste Seite uninteressant findet, wird er die ganze Story nicht mehr lesen.

      Da es meine erste Geschihcte überhaupt ist, frage ich auch nach wie die Story auf euch wirkt. Daher will ich zu gerne wissen, ob die ersten beiden Abschnitte für euch interessant genug wäre, zwei weitere Kapiteln lesen zu wollen.



      Bericht 1.2. + Der Trieb eines Titans

      Die braunhaarige Anna vernimmt herannahende schlürfende Schritte. Als sie aufschaut, greift sie zum Halbklingenschwert, nicht weil ihr Menschen entgegen kommt, sondern Blinzeln in ihren Händen. Sie haben Messer, Löffel oder Gabel bei sich. Nun schaut sie auch zu Rei rüber, worauf ihr ein Gesicht ohne emotionale Erregung zurückblickt. Anna greift umso fester um ihre Klinge. Nun wandert ihr Blick abwechselnd zwischen den Menschen, Rei und dem Mädchen. Hinter ihr erhebt eine laute Stimme: „Die Menschen werden sie nichts antun.“ Die Schritte nähern sich ihr.

      Anna schaut nach dem Sprechenden, aber sie sieht niemanden. War es eine Erscheinung? „Schauen sie tiefer. Und gehen sie von meinem Fuß runter.“ Sie senkt behutsam ihren Kopf. In ihr Blickwinkel drängt sich das Gesicht eines Mannes, der um einen Kopf kürzer ist als sie. In seinem Gesicht haben sich mit den Jahren und Kämpfen Falten gebildet. Was sie Aufmerksamkeit schenkt, ist nicht sein Körpergeruch, der nach Moos riecht, sondern das Schwarze unterhalb seiner Stirn - Seine Augenklappe. Sie vernimmt ein Grollen; leise, aber bestimmend: „Sie stehen immer noch auf meinem Fuß, Rekrut. Ich bin nicht klein.“
      Sie schreckt zurück. Dann hört sie ein Schnarren aus der Richtung des Titans.
      Ein Mann hebt seine Beine schleppend mit dem umbundenen Stück, die eine rotfarbige Spur im Boden hinterlässt. Eine Frau schwankt seitlich hin und her mit einem Korb, wo das Rote den Korb durchdringt und zum Boden sinkt. Sie ist erleichtert, dass die Menschen ihr nichts antun. Aber ihr Kopf erlaubt ihr nicht aufzuatmen, als sie Schmatzen und Zähneknirschen hört.

      Anna krümmt ihren Magen. Sie steigt vom Hügel des Titanfleischs ab, um im Anschluss einen Mann ins Gesicht zu treten. Anna runzelt ihre Stirn: „Seht ihr nicht, das ihr Titanen seid? Ihr seid verabscheuungswürdig wie die Titanen, die Menschen fressen und unverdaut auskotzen.“ Sie schaut zu Rei rüber und sie setzt ihre Wut mit unveränderte Lautstärke fort: „Was glotzt du mich eigentlich an? Siehst du es nicht, was hier falsch läuft? Tu nicht so als wäre hier nichts los!“ Anna ist in ihrem Entsetzen so sehr vertieft, dass sie nicht mal das Heulen des Mädchens in Reis Armen vernimmt.

      Dann legt sich eine Hand auf ihre Schulter. Der Mann mit der Augenklappe ergreift das Wort: „Wie ich sehe ist meine Einheit vorlaut.“ Der Mann klettert dem Titanfleisch wieder empor, während Anna ihre Zähne fletscht und ihre Hände zu Fäusten spannt. Der Mann schaut sich um, bevor er seine Rede fortsetzt: „Seit Aria Thanatos regiert, mussten nicht nur wir hungern, sondern auch die Kinder unsere Kinder. Tag um Tag, Jahr um Jahr, drehen wir dreimal unsere Münzen, bevor wir damit unseren Korn bezahlen. Nicht nur der harte Winter macht uns schwer, sondern auch der Sommer. Während sich Aria im strahlenden Schein des Goldes in ihrer lichterhellten Villa wohnt, prasselt von oben Deckenstaub in unsere rußbedeckten Wohnungen. Wir vom Aufklärungstrupp sind bemüht diese Missstände nicht mehr dulden zu lassen. Ich bin Abteilungsführer Brandon Fragon. Für diesen Bezi-“.

      Das Mädchen schluchzt auf und sie unterbricht so Brandon:
      „Titanen fressen Menschen und wir verachten sie dafür. / Wir sind aber ihnen gleich, wenn wir ihr Fleisch essen. / Der Titan sprach meinen Namen. / Was ihr da frisst, ist kein Titan, sondern meine Mutti. Ihr seid alle niedriger als Tiere.“
      Das Mädchen schluchzt wieder auf, bevor sie sich wieder in Reis Armen wirft. Rei verzog keine Miene und sie bewegte sich nicht. Anna hielt sie für einen Baum, ohne Blätter, ohne Äste, ohne Krone. Rei erkannte die Traurigkeit in der Stimme, weil sie auf dieselbe Weise ihren Bruder verloren hat. Sie war erfreut, aber auch traurig, dass sie nach Quinta versetzt wurde. Sie hat intensiver recherchieren, warum ihr Bruder zum Titan wurde und vielleicht auch warum das blondhaarige Mädchen an dem Tag sich so sehr verändert hat.

      Die Menschen gehen weiter ihrer Beschäftigung nach. Anna ärgert sich nicht wegen dem kannibalische Treiben der Menschen, sondern Reis unveränderter Blick. Ihr erscheint es so, als würde Rei die Menschen und das Schluchzen des Mädchens nicht hören. Der Abteilungsführer wedelt mit seiner Hand, dass man ihn folge. Er bewegt sich abseits dem Tumult der Menschenmenge.
      {006}

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      Also an sich sind doch die Sachen die anfangs passiert sind doch recht interessant, da fragt man sich doch schon warum der die das macht etc ^^
      Oder die anderen schrecklichen dinge die noch kommen. Könnte man doch auch noch gut beschreiben, also bisher fand ich es so wie es war ganz gut ^^ Natürlich musst du da dann auch wieder variieren, wie du es beschreibst ^^



      ~here comes the trouble maker!~

      Ich habe das erste Kapitel überarbeitet und eine weitere Seite hinzugefügt. Da Teshika so sehr auf Blkut steht, habe ich da was eingebaut. Wer das RPG kennt, weiß wo es hinaus läuft. Die große Neuerung ist die Vorgeschichte von Rei. Ich ahbe natürlich nicht alles erzählt, sondern nur ein Drittel.

      Nun hat Rei eine Bindung zu Nina und ihren zukünftigen einäugigen Kommandanten.

      Die Frage an euch: Habt ihr das Gefühl, dass die Story in der erste Seite und zweite Seite spannender wird? Es ist halt wichtig zu wissen, weil darauf der erste und zweite Akt aufgebaut wird.





      Er schaut das Mädchen an, bevor er sich vorstellt: „Wie ihr schon gehört habt, bin ich euer Abteilungsführer für den Bezirk Quinta. Wir drei gehören der Aufklärungstrupp-Untereinheit ‚Operation Kaya‘ an. Unser Kommandant ist Harry Herbog von der Militärpolizei, weil unsere Hilfe von ihm beordert wurde. Unsere Mission ist herauszufinden woher die Getöteten ursprünglich kommen. Bevor ich aber näher darauf eingehe, stelle ich unsere Einheit vor.“

      Er schaut Rei an, die ohne weitere Worte stillsteht, indem sie ihre Beine zusammenklappt, ihren Rücken richtet und die Arme am Körper schlägt: „Ich bin Mirei Herbog; in Quinta geboren und aufgewachsen. Grundausbildung in der 94. Trainingseinheit absolviert.“
      Brandon nickt, worauf Rei, die nun Mirei genannt wird, ruht, indem sie ihren Fuß etwas abseits setzt und ihre Arme hinter den Rücken platziert. Nun schaut er rüber zu Anna, die sofort stillsteht. Behutsam und langsam stellt sie sich vor, als würde ihr die Uhr nicht ticken: „Ich heiße Anna. In Trost bin ich geboren und wohl besonnen aufgewachsen. In der 92. Trainingseinheit schloss ich meine Grundausbildung ab. Für ein Jahr diente ich als Wächter der Adligen.“
      Brandon nickt, worauf Anna ruht. Er zeigt Rei den Zettel in seiner Hand, während er hinzufügt: „Es ist einfach besser Annas Nachnamen nicht zu erwähnen. Es spricht nichts dagegen, sie ausnahmsweise beim Vornamen zu nennen.“ Rei liest den Namen und sie verzieht keine Miene. Wie dankbar Anna doch ist für Reis Geste, wo ihre Gleichgültigkeit vorhin sie verärgert hat.

      Von hinten ertönt ein tiefer Ton: „Verrate nun ihr Name. Das ist ein Befehl!“ Der Mann schaut auf den Zettel, weil er die Antwort nicht abwarten konnte. Anna wurde rot im Gesicht, weil ein Lachen aus der Kehle erhalt. Der Mann krümmt sich mit beiden Händen vor dem Mund, um das Ungewollte zu unterdrücken. Auch Brandon verzog seinen Mund: „Es ist einfach unglücklich verlaufen, dass sie mit Nachnamen Bolika heißt. Übrigens der Mann ist Herbog, unser Kommandant. Er hat den gleichen Nachnamen wie Mirei, weil sie seine Adoptivtochter ist. Es ist vorbildlich von ihr nicht vor Lachen auf dem Boden zu wälzen.“, fügt Brandon hinzu, als er auf Harry am Boden schaut.

      Anna hat ihr Runzeln auf ihrer Stirn gelöst, als sie das Lachen des Mädchens vernommen hat. Sie bewegt sich auf das Mädchen zu, um nach ihren Namen zu fragen. Doch das Mädchen verstimmt und sie klammert sich hinter Rei, die sanft über ihren Kopf streicht. Leise fiept sie auf, weil Rei ihr um ihren Namen bittet: „Nina“
      „Wie heißt du mit Nachnamen, Nina?“
      „Mängele“
      Auch Harry nähert sich dem Mädchen, die ihre Hand nach dem Bonbon greift, der Harry ihr anbietet. Rei überlegt kurz, bevor sie fragt:
      „Bist du nicht die Tochter des Bezirksarztes?“
      Nina nickte den Kopf. Sie schaut Anna an, die von Brandon die Bezirks-Landkarte entgegen nimmt. Anna schaut auf ihren blutverschmierten Ärmel, bevor sie zum Titankadaver schaut, wo die Menschen mit ihren Löffel darin buddelt: „Was ist das für ein Titan? Er ist immer noch nicht verdampft. Seht sein Blut klebt immer noch an meinem Ärmel.“
      „Nun“, ergreift Brandon das Wort, „Sie sind keine gewöhnliche Titanen. Wir in Quinta nennen sie die Getöteten. Wenn das Wasser in unserem Kanal rot färbt, heißt, dass irgendwo ein ‚Getötete‘ erlegt wurde. Sie tauchen urplötzlich im Bezirk auf. Sie fressen keine Menschen. Ihr Fleisch verdampft nicht. Sie sind immer zwei Häuser groß. Wenn sie etwas sagen, dann ‚Töte mich‘. Daher tragen sie ihren Namen. Da wir Erfahrungen mit Titanen haben, hat die Militärpolizei uns zur Hilfe geholt. Woher kommen sie? Warum tauchen sie nur in Quinta auf? Wie kann man ihr Auftauchen unterbinden? Wie wir vorhin gesehen haben, sprach der Getötete den Namen Nina. Deswegen nehmen wir an, dass sie früher Menschen waren, auch wenn die Menschen hier sie als Tiere betrachten. Haben sie noch Fragen, Anna?“
      Anna schaut ihn wortlos an. Die Getöteten können sprechen im Gegensatz zu Titanen, was sie aber nicht gerade menschlicher macht.
      {007}

      In ihrer Grundausbildung hat sie immer gelernt, dass die Titanen die Erzfeinde der Menschen seien, weil sie Menschen fressen. Aus Furcht vor ihnen bauten die letzten Menschen die drei Mauern. Brechen die Titanen alle Mauern, stirbt die Menschheit, die sich gerne als Krone der Schöpfung betiteln. Sie ist sich nicht sicher, ob die Getöteten Freunde oder Feinde sind. Nicht nur weil sie die Menschen aufwecken, die Angst vor Titanen nicht zu vergessen und an die Notwendigkeit des Aufklärungstrupps appelliert. Sie fragt sich, ob die Getöteten dem Menschen gefährlich seien, da sie niemandem fressen.

      Brandon unterbricht die langanhaltende Stille: „Da keine Fragen mehr gibt, beauftrage ich Anna einen Bericht zu schreiben, was hier vorgefallen ist. Gib sie dann bei Kommandant Herbog ab. Da sie sich in Quinta nicht auskennt, wird Frau Herbog sie begleiten und sie auch zu Aria Thanatos führen. Wir glauben, dass sie viel über das heutige Geschehen weiß, weil sie ihre Ohren überall hat. Kümmern sie sich auch um Nina, Frau Herbog. Ich verabschiede mich von euch, da ich Wichtiges zu tun habe.“ Mit hastigen Schritten entfernt sich Brandon und Harry vom Rest der Gruppe.

      Rei geht vor, gefolgt von Nina und Anna. Nina geht mit schnellen Schritten, um Rei aufzuholen. Dann bemerkt Rei, dass an ihre Jacke etwas zieht. Jedoch schaut sie sich nicht um und geht mit schnellen Schritten weiter. Ihr kommen Menschen mit zerfetzen Klamotten entgegen. Sie haben Falten im Gesicht, nicht wegen ihres Alters. Abrisse von Knochen zeigen sich auf ihrer Haut.
      „Nicht so schnell, Mirei.“
      „Ich heiße Frau Herbog, Frau Bolika.“
      „Ja. Nenn mich Anna. Wichtiger ist, dass du langsamer gehst. Nina kommt kaum noch mit.“
      „Wir sind Kollegen und keine Freunde.“
      Rei, die Mirei genannt wird, hält an. Dann geht sie mit kleinen Schritten weiter.
      „Wo arbeitet dein Vater, Nina?“, fragt Anna das Mädchen, die darauf fester um Rei klammert.
      „Ihr Vater arbeitet im Krankenhaus, wo wir gerade hingehen.“, antwortet Rei.
      „Danke. Nina, es muss für dich schwer sein deine Mutter nicht mehr zu sehen. Aber ich bin mir sicher, dass sie vom Himmel herabschaut. Meinst du nicht?“
      Nina schaut Anna mit gerunzelter Stirn an. Anna schaut weg und sieht glückliche Kinder, die sich um eine Eisdiele sammeln.
      „Nina, magst du ein Eis haben?“
      Die Stille ist für Anna genug, um zu verstehen, dass das Kind sie keine Seele leiden kann.
      „Nina, magst du ein Eis haben?“, wiederholt Rei.
      „Ja, bitte.“, grinst Nina ihr an, während sie sich vor ihr springt, „Ich will ein Gelbes, weil ich es immer mit meiner Mutti esse.“
      „Sag mal, warum bist du traurig über deine Mutti. Du bist nicht mehr unter ihre Gewalt.“
      „Ist es nicht offensichtlich, dass Nina ihre Mutti vermisst?! Sie hat ihre Mutti lieb.“, wirft Anna sich ins Wort.
      „Das habe ich nicht so gemeint, Nina.“, sagt Rei und sie nimmt das Mädchen auf den Arm, „Weiß du meine Mutter hat nie mit mir Eis gegessen. Ich ging nur mit meinen Bruder.“
      „Wie ist es mit deinem Vatti?“, fragt Nina.
      „Ich war ihm völlig egal. Ich und mein Bruder waren nur da, um für sie zu schuften.“
      Ein Schniefen kommt hinter Reis Rücken hervor. Als sie sich umdreht, reibt Anna an ihren Augen. Rei dreht sich weg und sie setzt fort: „Meine Eltern haben sich wirklich täglich gestritten. Sie haben sich nie geliebt.“
      „Meine Eltern haben sich gestern auch gestritten. Das war laut. Ich hatte zum ersten Mal Angst gehabt um meine Eltern.“, erwidert Nina.
      „Worüber haben sie sich gestritten?“, fragt Rei, während sie Nina das Eis rüberreicht.
      „Ich weiß nicht. Ich habe nur verstanden ‚Nimm mich stattdessen‘ sagte Mutti. Dann haben meine Eltern sich umarmt. Sie haben sich immer noch lieb.“
      Rei schaut zu Anna rüber: „Schreib es in ihr Bericht, Anna Bolika.“
      „Nur Anna, bitte.“
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      Bericht 1.3. + Der Schatten der Vergangenheit

      Als sie sich durch die Straßen von Quinta gehen, auf dem Weg zum Krankenhaus, kommen ihr Menschen entgegen, die sich an ihre Schultern prellen, nicht weil die Straße eng ist. Sie vernehmen das Klirren der Ketten. Die Beine der angeketteten Sklaven sind blau angelaufen. Nur mit langsamen schweren Schritten setzen sie ein Bein vor dem anderen. Sie gehen auch nicht dem halboffenen Müllsäcken, die gähnend auf den wegen liegen, vorbei. Denn der Vordermann mit erhobener Peitsche zerrt an ihnen. Rei zieht ihren Schal enger, weil sie ein Stich in ihrer Brust verspürt. Auch sie war lange angekettet gewesen, bis sie Kälte und Wärme nicht mehr unterscheiden konnte. Hinter den Sklaven erblickt Anna Häuser, die mit Ruß und Pfählen bedeckt sind. So ein Einblick kennt sie nur, wenn vereinzelt ein Haus abgerissen werden soll. Aber in Quinta kann sie sich diesen Ausblick nicht entziehen. Und die Kutschen schwingen seitlich hin und her, nicht weil die Räder Risse haben.

      Am Nacken der angeketteten Sklaven erblickt Anna ein Symbol. Es besteht aus sechs Kreisen, die an einen gedachten größeren Kreis angeordnet sind. Anna wendet ihr Blick von den schlürfenden Beinen der Angeketteten weg: „Wem gehören diese Sklaven, Mirei?“
      Rei atmet langsam und leise auf, um sich nichts anmerken zu lassen: „Sie gehören Aria Thanatos. Alle Adelshäuser beschäftigen Sklaven, was hier legal ist. Sie tragen den Namen ihres Herrn mit der Vorsilbe Unter.“

      Rei setzt ihren linken Fuß neben dem rechten Fuß. Sie schaut nach hinten, da sie Annas Aufschlucken und das Atmen in schnellen Zügen vernimmt. Annas Blick ist auf einen Adligen gerichtet. Ihm hält eine schwangere Frau mit erhobenem Hand entgegen:
      „Was gedenken sie zu tun, mein Herr? Ich kann nicht mehr als zwei Einkaufskörbe tragen, da ich mein Kind austrage.“
      „Dein Kind?!“, schnauzt der Adlige lauter als das Bellen eines Hundes, „Nur weil meine Frau unfruchtbar ist und du als Geburtsmagd erwählst wurdest, glaubst du wirklich, dass das Kind in deinem Besitz ist?! Es wird den Namen Himmel tragen, den Namen meiner Frau und mir. Du aber trägst den Namen Unter-Himmel, weil du ein Untermensch bist. Nun trag die Körbe. Denn Arbeit macht frei.“
      Frau Unter-Himmel reibt ihren Augen mit der Hand, um ihre Tränen nicht zu zeigen. Langsam, aber behutsam steht sie auf. Mit gesenktem Kopf reicht sie zitternd ihrem Herrn den kleinsten Korb. Er nimmt den Korb entgegen, um darauf auf sie einzutreten. Es fließt Blut, aber nicht das der Frau, sondern die des ungeborenen Kindes.

      Rei streckt ihren Arm, um Anna zu ergreifen. Aber sie konnte nur den Wind erhaschen, während Anna ihr Schwert bereits gezogen hat. Im Sonnenlicht blinzelt die Klinge unter der Kehle des Adligen. Dann tritt er mit erhobenem Händen zurück: „Was soll das? Ich habe nichts verbrochen. Pah, du bist vom Aufklärungstrupp. Geh zu deinem Kommandant und lass dich im Gesetz unterrichten. Sei froh, dass ich so freundlich bin.“
      Anna tritt etwas hervor, um ihre Klinge seiner Kehle zu nähern. Aus der Ferne rufen ihr Militärpolizisten zu, die Anna mit erhobenem Knüppel umzingeln. Das Mädchen Nina folgt Rei, die mit zugedrücktem Ohr in eine Gasse rennt, um sich zum Boden hinzuknien. Sie verliert sich in ihre Erinnerungen, während Nina sie streichelt, wie sie es bei ihr tat:

      Nachdem die Blondhaarige ihr ihre Katze anvertraut, hüpft sie mit erhobenen Beinen nach Hause. Als sie ihren älteren Bruder Katsu sieht, erzählt sie ihm lächelnd: „Heute bin ich einem großen Mädchen begegnet.“, weitet sich ihr Lächeln, „Sie hat mir ihre Katze gegeben und sie sagte meine Sommersprossen wäre so niedlich wie die eines Marienkäfers. Schaut er ist auf meiner Schulter. Nu, wo ist er jetzt hin.“ Rei lässt ihren Kopf blind in die Gegend streife bis ihr Blick auf ihren Bruder ruht: „Warum grinst du so? Seit Jahren grinst du kein einziges Mal, aber jetzt machst du über mich lustig.“ Katsu legt seine Hand über ihren Kopf: „Nein. Ich bin froh, dass du eine neue Freundin gefunden hast.“ Rei und Katsu gehen ins Haus, um zu schlafen. Das Essen wird heute ausfallen.
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      Die Wände sind mit Ruß bedeckt, als hätte der Kamin als sein Dreck in die Wohnung gehustet. Von oben rieselt Staub. Der Streitlärm der Nachbarn hält sie nicht vom Schlaf ab. Katsu legt eine halbe decke über sie, während sie schon auf kaltem Stroh liegt. Heute mit einem Lächeln und einer Katze im Arm. Dann hallt ein Knarren im benachbarten Zimmer, was Rei immer noch nicht aufweckt. Ein Bein wurde vom Tisch abgetrennt in der sonst leeren Wohnung. Schläge. Schritte nähern sich den Kindern. Die Tür zur Küche knarrt auf. Schritte nähern sich wieder den Kindern. Die Tür öffnet und der Vater steht als schwarzbemalter Umriss im Licht der Kerzen. Nur seine Hand mit dem Knüppel ist etwas rot. Er nähert sich den Kindern. Katsu legt sich schützend vor Rei. Doch mit nur einem Schlag, knarrt sein Rücken gegen die Wand. Der Vater packt die Katze am Nacken, um sie aus Reis Armen zu reißen. Diesmal wacht Rei auf, die sofort nach der Katze greift.

      Der Vater hebt seine Hand mit dem Knüppel. Schläge. Blut fließt. Aber nicht Reis Blut. Als der Vater sich entfernt, um dann auf die Katze einzuprügeln. Zittern, aber gezielt bewegt Rei ihre Hände auf Katsu zu. Sie streichelt über die Stelle, wo einst ein Auge war. Der Vater reicht der Mutter die Katze, die leblos in der Hand herunterhängt. Die Mutter klatscht mit ihren Händen, die mal blau mal rot sind: „Endlich wieder Fleisch. Ich habe schon fast den Geschmack vergessen.“
      Die Mutter eilt mit großen Schritten in die Küche. Der Vater verarztet Katsu: „Ich wollte nur die Katze totschlagen. Du hättest dich nicht dazwischen werfen sollen.“
      „Ich wollte nicht, dass du Reis Lachen raubst. Es war ein Geschenk für sie. Willst du überhaupt, dass wir glücklich werden?!“
      Rei verliert sich in Gedanken. Heute ist ein Tag von vielen, wo sie sich wundert noch am Leben zu sein. Sie hämmert ihren Kopf gegen die Wand, weil die Schmerzen der Gedanken sie nicht loslassen will. Sie wünscht, sie wohnt im oberen Stock, nicht um die Aussicht auf den trostlosen Bezirk zu haben. Wenn man von oben eine Wassermelone fallen lässt, berührt die Schale den Boden, wodurch die Schale nach unten gedrückt wird. Durch die Wucht platzt es oben auf, wodurch das rotfarbige Fruchtfleisch in allen Richtungen flieht, um sich dann auf den Boden setzt. Sie wundert sich, wie sie noch leben kann. Das Leben ist nichtig. Jede Errungenschaft ist ein Haschen nach Wind. Das was ihr noch Freude schenkt ist die Katze, die nun gekocht wird.

      Stille. Man hört nur das Zerren der Grille und das fröhliche Summen in der Küche. Die Mutter reicht den Vater und den Kindern jeweils eine Portion in einer Steinschüssel. Doch Rei rührt das Essen nicht an. Schluchzend hockt sie in einer Ecke. Sie hat ihre Arme verschränkt, in der sie ihren Kopf eingräbt. Auf dem Kopf vermerkt sie eine Hand, die sanft streichelt.
      „Ich habe keine Katze mehr. Du hast nur ein Auge. Wir haben heute weniger als gestern.“, schluchzt Rei auf, während die Tränen in ihrem Gesicht sich ihren Weg zum Boden finden.
      „Nein. Das stimmt nicht. Sieh mich an. Ich lächle. Hättest du mich heute nicht angelächelt, hätte ich es vergessen. Vergiss nicht das Lächeln der Blondhaarige. Denn Freude gibt dir Kraft in dieser trostlosen Welt. In der Armut vergessen wir vieles, weil wir uns in Mitleid vertiefen. Die Trostlosigkeit frisst uns, lässt uns um die Sorgen anderer vergessen. Wir denken an nichts anderes als uns selbst. Dabei sind wir doch nur ein Punkt auf diesem Planeten. Freunde dich doch mit der Blondhaarige an und es wird dir bald besser ergehen.“
      Nur das Lächeln ihres Bruders hält sie am Leben. Sie schluchzt weiterhin, während er sie streichelt.

      Rei schaut mit dem Wort Katsu auf, aber sie hört nur eine kindliche Stimme: „Es ist alles gut, Mirei.“ Rei hört auf zu zittern und sie steht behutsam auf. Sie schaut hinaus. Zunächst sieht sie nur Gewehre und Knüppel, die auf ein Ziel gerichtet sind. Dann sieht sie, dass Anna abgeführt wird. Jedoch traut sie sich nicht auf die Straße zu gehen. Denn aus dem Fenster einer Villa schaut Aria Thanatos mit einem erleichterten Lächeln, nicht weil die Unruhe vorbei ist. Als der Tumult auf der Straße legt, gehen Rei und Nina zum Krankenhaus. Im inneren Auge spielt die Szene ab, wo Rei ihre eltern zum letzten Mal sah.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Panda-Nin“ ()

      Ich ahbe die Kapiteln vor einer langer Zeit verfasst, aber nun lade ich sie hoch. Ich ahbe alle Kipteln überarbeitet. Danke an teshika für ihren Feedback ;)



      Die Blondhaarige steht vor ihrem Haus. Rei will auf sie zu rennen. Doch sie bleibt stehen. Auch ihre Eltern standen dort. Die Blondhaarige reicht den Eltern einen Beutel rüber. Die Mutter nimmt es und öffnet es hastig. Als aus dem Beutel etwas glänzt, lächelt die Eltern. Rei hat sie noch nie so glücklich gesehen. Die Mutter schaut zu Rei rüber und ihr Lächeln endet abrupt. Der Vater breitet seine Arme und seine Lippen öffnen sich weit und schnell zusammen. Dann nickte die Mutter. Die Blondhaarige lächelt, verabschiedet sich und sie geht auf Rei zu, die nun auf sie zu rennt. Rei richtet ihren Blick nur auf ihren Lippen:
      „Ab heute wohnst du und dein Bruder bei mir.“


      Sie fragt sich warum die Eltern sie überhaupt aufgezogen hat. Auch versteht sie nicht, warum die Mutter weint, als sie endlich das Haus für immer verließen. Als sie und Nina sich dem Krankenhaus nähern, winkt eine Krankenschwester zu. Nina rennt sofort los. Rei winkt Nina zu, um sich zu verabschieden. Nina winkt zurück. Als sie sich vom Gebäude entfernt, schaut sie zurück. Das Krankenhaus ist in weiß bedeckt. Sie wie ein leuchtender Funken einer fast abgebrannten Kerze unter den benachbarten rußbedeckten Häusern. Sie spendet den Menschen Hoffnung in einer Welt, in nur die Reichen lachen und sich wohl ernähren, bis ihnen die Knöpfe vom Hemd abspringen. Über dem Haupteingang ist ein Wappen, worauf sich ein Falke erhebt. Seine Flügel sind weiß und blau gefärbt wie das Wappen des Aufklärungstrupp, das auf Reis Rücken weht. Es ist Hypnos' Wappen. Die benachbarten rußgefärbten Häuser ist das Bild von Thanatos', dessen Wappen der Umriss einer seitlich stehenden Katze abbildet. Der Bezirk Quinta trägt Narben, die durch ihre Krallen verursacht wurden.

      Rei hebt ihre Beine zum Hauptquartier der Militärpolizei. Sie steht in der Pflicht ihren Ziehvater Harry Herbog zu berichten. Auf dem Weg hält sie an, weil das Funkeln einer Augenklappe sie anstarrt. Sie sieht nur das Funkeln, die sich aus dem Umriss einer Gestalt hervorscheint. Als sie sich der Gestalt nähert, nimmt sie ein Keuchen und ein Schlürfen wahr. Denn die Gestalt schwingt ihre Arme nach vorne, um den blutverschmierte Körper am Boden voran zu zerren. Die Menschen gehen wie Schatten an Rei vorbei, ungeachtet, was gerade neben ihnen abspielt. Sie beugt sich über der Gestalt und berührt ihn am Rücken, damit er aufsieht: „Was ist passiert Brandon Fragon?“ Dann vernimmt sie ein Huschen. Sie sieht auf und erhascht einen Blick auf einen Umriss, die mit gestreckten Armen nach hinten die Wand hochläuft.

      Eine Hand schlingt sich um ihren Fuß: „Geh nicht Mirei. Lass uns zu deinem Vater gehen.“
      „Wer war es?“, fragt Rei während sie den Arm ihres Kommandanten über ihre Schulter legt.
      „Er ist vom ersten Zweig zu sein. Er hat nur mit einem Schlag mich an die Wand geschleudert.“
      „Vom ersten Zweig?! Ist es nicht die Spezialeinheit der Militärpolizei?“
      „Ja, nun hat Thanatos geschafft die Einheit unter ihren Einfluss zu bringen. Ich kenne den Mann. Ich werde nie seine x-förmige Narbe vergessen noch seine wutentbrannte Augen. Meine ältere Schwester versorgte seine Wunden. Doch er tötete sie.“
      Eine freie Hand stützt ihn von unten, als er zu humpeln begann.

      „Wo ist Anna?“, schaut er zu ihr mit dem halboffenen Auge rüber.
      „Sie wurde vor Thanatos' Villa verhaftet, weil sie auf einen Adligen bedroht hat. Sie wollte nur eine unbedeutende Sklavin beschützen.“
      Er seufzt auf: „Verstehst du es nicht?“
      Mit der freien Hand zieht sie fester an ihrem Schal.
      Er hebt seine Stimme etwas an: „Für Harry und mich ist kein Mensch unbedeutend. Harry hat dich aufgenommen, obwohl du eine entlaufene Sklavin warst, auf die die Verbannung vor den Mauern stand. Er gab dir Kleider und Essen. Vor allem taufte er dich Mirei. Es bedeutet Zukunft und Hoffnung. Er brachte sehr viel Geduld auf. Du warst damals nicht einfach. Jeden Abend wurdest du von Albträumen geplagt.“
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      Brandon verstummt, damit Rei darüber nachdenken kann, bevor er fortsetzt: „Auch wenn du eine Sklavin warst, rede dir nicht ein, dass du wertlos bist. Die Vergangenheit ist nur eine Geschichte, die wir uns selbst erzählen. Du wuchst in Armut auf. Aber sieh dir an, wo du jetzt stehst. Du bist ein Soldat, weil du die Tyrannei von Thanatos nicht mehr dulden willst. Genauso wie mich, Harry und Anna. Schau aus was dir geworden ist. Du könntest genauso gut auf der Straße liegen, wenn du dich nicht angestrengt hättest.“
      Rei kann sich gut daran erinnern, wie Harry auf den Essenstisch hämmert und über Arias Schreckensherrschaft flucht. Sie kann sich daran erinnern wie er seine Stirn runzelt und der Speichel aus seinem Mund flieht.
      Nach einer kurzen Stille sagt sie „Danke“, worauf er sie anlächelt.

      Rei hält eine Kutsche mit smaragdgrünem Einhorn als Wappen. Die Pferde wiehern und trampeln kurz mit ihren Vorderbeinen auf, ehe sie zum Stehen kommen. Aus dem Kutschenfenster ragt ein knirschender Unteroffizier der Division:
      „Was hat der Aufklärungstrupp in Quinta zu suchen? Ihr nennt euch Retter der Menschheit und könnt nicht mal daran hindern, dass in der Stadt Titanen aufkreuzen. Scher dich von der Straße, Lumpenweib.“
      „Sie werden und zum Hauptquartier fahren. Das ist keine Bitte, sondern ein Befehl.“
      „Was glaubst du welchen Dienstgrad du hast?! Verschwinde nochmal.“
      Rei zeigt ihm Brandon: „Hat nicht dieser Mann ein höheren Dienstgrad als sie?! Wollen sie sich dem Befehl eines Feldwebels widersetzen?! Was würde passieren, wenn ich Brigadegeneral Herbog davon berichte?! Wollen sie mich, die Fähnrich Herbog auf der Straße stehen lassen?!“
      Der Unteroffizier schnaubt und öffnet die Tür. Schweigend sitzen sie zusammen in der Kutsche, bis die Pferde vor dem Hauptquartier wiehern und schnauben.

      Rei und Brandon gehen zum Krankenzimmer. Gelegentlich treffen sie auf Offiziere, die sie mit der angewinkelten rechten Hand an der Schläfe salutiert. Daraufhin nicken die Offiziere kurz ihren Kopf, dass sie den Salut wahrgenommen haben. Jeder Soldat, die sie antrifft, hat die Jacke bis obenhin zugeknöpft. Kein Lächeln zeigte sich in ihre Gesichtern. Kein Kommentar über ihre Division, wie der Unteroffizier es vorhin tat. Der Boden ist aus Linoleum, als wäre das Gebäude vor kurzem errichtet worden. Kein Staubkorn knistert auf Regaldächern. Fast überall sind Schilder angebracht wie ‚Nach dem WC-Gang, die Hände waschen und Hose schließen‘, als würden die Soldaten nicht in der Lage gewesen die selbstverständlichen Dinge zu tun. Nun stehen sie vor dem Krankenzimmer.

      Harry öffnet behutsam und leise die Tür zum Krankenzimmer. Er schaut sich seinen Freund an, der auf dem Bett liegt. Rei schlägt ihre Beine aneinander und hebt ihre Hand zum Salut: „Herr Brigadegeneral. Ich, Fähnrich Herbog berich-“
      Ein Donner ertönt zwischen einer Wand und Harrys Faust. Harry schaut mit leicht gesenktem Blick und verrunzelter Nase: „Ihr braucht mir nichts zu sagen. Ich habe schon gesehen, dass Anna in Ketten ist. Was war mit ihnen, Frau Herbog?! Konnten sie nicht wenigstens Anna zur Vernunft bringen?!“
      Er atmet unüberhörbar ein und aus; in drei Sekundentakt, bevor er fortsetzt:
      „Nun denn. Als Strafe habe ich sie zu Aria Thanatos überbracht.“
      Brandon hebt sich, aber legt sich augenblicklich mit vorzeigenden Zähnen wieder hin:
      „Sie sind besessen darauf Thanatos zu stürzen. Bedeutet Ihnen das Leben ihrer Soldaten unter ihrem Kommando nicht das Geringste?! Wie an jenem Tag dieser Blick. Sie haben sich nicht verändert.“

      Rei fragt nicht weiter. Sie kennt die Antwort, warum er Anna zu Aria übergeben hat. Er will das Serum. Ein Gift, das ahnungslosen Menschen zu ziellosen Titanen macht. Das Schlimmste daran ist, dass die Titanen mit einer Stimme im Kopf begleitet werden.

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