Was macht die Serie so erfolgreich?

      Was macht die Serie so erfolgreich?

      Als ich zum ersten Mal den Manga Attack on Titan aufschlug, wollte ich es gleich weglegen. Aber vom Anime wusste ich, dass im Manga eine gute Story aufwartet. So blätterte ich weiter und war begeistert. Der Manga-Autor Hajime Isayama hat sein Artwork gebessert, trotzdem finde ich sie nicht schön. Trotz des dürftigen Artworks boomte der Manga 2014 und ihre Verkaufszahl stieg von 10.000 schlagartig auf Millionen. In diesem Artikel wird die Serie spoilerfrei näher beleuchtet, was sie so erfolgreich macht, trotz der Strtichemännchen-Karikaturen.



      Antagonisten - Das Erschaffen der Atmosphäre durch die Angst vor dem Bekannten

      Ja, die Nebencharaktere sind interessant, aber darin liegt primär die Stärke der Serie. Ich bin mir sicher, viele Titanfans werden mit ihren Schwertern zucken, wenn ich schreibe, dass die Protagonisten keine wirkliche Persönlichkeit haben, auch wenn dies nach vielen Kapiteln nachgeholt wird. Was in den Blickwinkel des Lesers rückt sind die namensgebenen Titanen.

      Sie sehen wie Menschen aus, aber zugleich sind sie uns fremd. Sie machen menschliche Mimik und Geste und trotzdem will keiner von uns sie mit Hi, du hast aber einen krummen Bein da?! begrüßen. Sie nehmen menschliche Haltungen ein wie Freude oder eine misstrauische Beobachtung. Es gibt vieler solche Titanen, die man nicht so leicht vergisst. Aber das macht sie nicht furchteinflößend. Denn solche deformierte Menschen sehen wir auch in unserm Alltag.

      Es ist ihre Größe, die uns Angst macht. Sie stehen vor uns nackt wie ein Sumoringer und wir kommen uns wie hilfslose Kinder vor. Durch die esten Arcs der Serie begleiet uns die Frage, warum die Titanen Menschen fressen, obwohl sie sie wieder unverdaut auskotzen. Mal schlürfen sie mit einem Bein am Boden wie ein Zombie, mal sputen sie nach vorne rennend auf uns zu. Sie sind unberechenbar, wie die Psychopathen.

      Wenn einer von uns mit einem Schwert gegen einen Titan antritt, ist es kein Kampf gegen Goliath, sondern ein Kampf um die Zeit, worauf der Tod ohne Umwege wartet. Die knirschende Zähne der Titanen und ihr Aussehen erinnern uns daran, dass der Mensch des Menschens Wolf ist. Doch gegen diese Titanen kämpfen tapfere Männer und Frauen (und pubertierende After-Jugendliche). Sie sind ebenfalls eine Stärke der Serie.



      Charaktere - Zum Kampf gerüstet

      In der Serie tragen die Soldaten die 3DMA, um den Größenunterschied zu den Titanen zu überwinden. Mit ihr können sie per Anker und Eisendraht auf Gebäude oder hohe Flächen anfliegen. Dadurch werden sie zu Superhelden wie Spider-Man und Tarzan. Wer von uns würde nicht davon träumen in der Stadt von Haus zu Haus in der Luft zu angeln, um dann den Mond anzuheulen *heul* Ich habe ein Staubkorn im Augen *heul*

      Die Protagonisten sind nicht sonderlich komplex, aber mit der Zeit werden sie erwachsener und komplizierter. Ich meine wenn Mikasa dauernd Eren stalkt und dauern seinen Namen nennt. Armin hingegen nennt sein Freund lieber Elen. Die Serie hat viele Nebencharaktere. Und fast jede von ihnen bekommt eine Hintergrundsgeschichte. Ja sogar Connie uns Sasha bekommen ihre Sternstunde. Es ist also kein Wunder, dass die Shipping-Szene unter Titanfans groß ist. Ich meine, wer will schon das Paar Eren x Levi x Erwin x Jean x Hanji sehen?!

      Jeder findet seinen persönlichen Lieblings-Nebencharakter in der Serie, um dann festzustellen, dass sie sterben. Nicht alle Charaktere kommen um, aber viele. Das ist eben Krieg - die Realität. Es ist Geschmackssache, ob man es mag. es ist durchaus verständlich, dass viele n es nicht fassen können einen liebgewonnenen Charakter sterben zu sehen. Aber so ist nunmal die Serie.

      Dass die Protagonisten wenig komplex sind, hat den Vorteil, dass durch Fragen wie Was würde ich an seiner/ihrer Stelle tun? in sie hineinversetzt werden können. Der Anime Sword Art Online treibt dies auf die Spitze, aber das ist keineswegs negativ aufzufassen. Es ist Geschmackssache. Das komplete Gegenteil ist die Handlung, in der die charaketre sich befinden.



      Plot Twist - Im leeren Dschungel

      Es gibt sehr viele Twist. Schon allein die Titanen geben genug Fragen auf. Wird ein Twist gelöst, kommt ein neuer hinzu. Dadurch wird die Handlung nicht langweilig, aber viele verlieren hier den Überblick. Das hat wiederrum den Vorteil, dass die Kapitel wiederholt gelesen werden oder die Episoden weiderholt gesschaut werden. Die vielen Twists ist das stärkste Motor der Handlung, dass die Leser und Zuschauer gehypet auf die nächste Ausgabe warten.

      Neben diesen Twist gewinnt die Handlung durch das Auftreten neuer Titanwanlder an Geschwindigkeit. Denn mit jedem neuen Titanwandler wird ein Twist gelöst und gleich mehrere neue Twist vorgelegt. Zudem kann im nächsten Moment die Siegesmut der Protagonisten zerschmettert werden.

      Die vielen Twists sind keine bloße Anreihung von Erzählelementen, sondern sie geben ein detailliertes Bild von der Welt, wo die Menschen in Furcht vor Titanen leben. Fast jedes Kapitel und Episode enthalten so ein storywendendes Ereignis, Sternstunde eines Charakters oder endlich das Auflösen eines Plot Twists (um dann ein weiteren Plot Twist anzuhängen).




      2014 - Der Höhepunkt des Franchises

      Der Autor Hajime Isayama hat viele Grundsteine für den Erfolg der Serie gelegt. Doch erst durch Tetsurou Araki, eins der Regisseure, gelangt die serie zu seiner Blütezeit. Er versteht die Kamera so zu positionieren, dass der Kampf dynamisch wirkt. Dadurch gleicht er den verbesserungsdürftigen Zeichenstil des mangakas aus. Dadurch steht der Erfolg der Serie nichts mehr im Weg.



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      Panda-Nin: Dein Startbeitrag ist top, da gibt es nicht viel zu verbessern. Ich vermute einfach mal, dass man von der Länge des Beitrages abgeschreckt sein kann.

      Den Erfolg der Serie zu bestimmen ist nicht immer gerade einfach. Was macht One Piece und Naruto so erfolgreich?
      Jedenfalls denke ich,
      • dass das Setting,
      • die Charaktere (vor allem stehen auch kämpferisch, intelligente, mental starke Frauen im Vordergrund),
      • die vielen Fragen, die die Serie aufwirft
      • und der insgesamt eigene besondere Charme, der durch die diversen Punkte entsteht,
      lassen die Serie zu etwas einzigartigem werden, was eben viele Zielgruppen erfasst.

      Allerdings ist das nur meine Auffassung. Es gibt bestimmt diverse Möglichkeiten für den Erfolg von Attack on Titan.

      Neu

      Was ich da noch hinzufügen möchste ist, dass man vorallem in der ersten Staffel das Gefühl erhält: Das sind die letzten Menschen. Und anders als in anderen "Endzeit" Serien, nenne ich es einfach mal... (Attack on Titan ist es eigentlich nicht, aber in der ersten Staffel und zweiten dachte ich das zumindest noch bzw in den Bänden) die Menschheit zusammenarbeitet. Es ist irgendwie die alte Utopie des Menschen "Wenn ein übernatürlicher Feind kommt, arbeiten alle zusammen." Das passt hier bei ganz gut...

      Was für mich noch wichtig ist, ist das kein Charakter vorm Tod sicher ist, das finde ich persönlich sehr gut! In den meisten Serien gibt es das A-Team, so wie ich es nenne, die die NIE NIE NIE sterben! Hier "verreckt" einer nach dem anderen, ich warte noch drauf das ein "größerer" Hauptcharakter stirbt. ^^

      Das ist das was es in meinen Augen noch besonders machen könnte.


      "Stationary Guard in the streets, Titan in the sheets"